Entgegen der öffentlichen Darstellung in diversen TV-Formaten sind Messies nicht bloß zu faul oder antriebslos, um ihren Haushalt zu führen. Hinter der äußerlichen Unordnung stecken immer auch komplexe menschliche Probleme, die es zu beleuchten gilt.

Die Gruppe der Menschen, die vom Messie-Syndrom betroffen sind, ist sehr heterogen. Messies finden sich in allen Altersgruppen und unabhängig vom Geschlecht.

Des Weiteren sind desorganisierte Haushalte in allen sozialen Schichten, vom Sozialleistungsempfänger bis zum Konzern-Vorstand, anzutreffen. Eine von der deutschen Psychotherapeutin und Psychoanalytikerin Renate Pastenaci durchgeführten Studie mit 30 Betroffenen umfasste „fast das gesamte Spektrum psychiatrischer Erkrankungen“. Eine Aussage über den klassischen Messie-Typus lässt sich folglich nicht treffen.

Dennoch sind Gemeinsamkeiten festzustellen. Die Vermüllung erfüllt für einen Messie die Funktion innere Zustände auszudrücken und stellt häufig eine Reaktion auf ein Trauma, z.B. der Verlust eines nahestehenden Menschen, dar. Darüber hinaus lassen sich einige gemeinsame Denk- und Verhaltensweisen erkennen.

„So berichten viele „Messies“ übereinstimmend, dass die Unfähigkeit, Ordnung zu halten, mit einer Neigung zum Perfektionismus, einer Tendenz zum Sammeln und Horten, chronischer Unentschlossenheit, übertriebener Hilfsbereitschaft, Konzentrationsunfähigkeit und einem schlechten Zeitgefühl einhergeht.


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